Unsere Werte und Visionen

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Es ist ein alt bekanntes Problem, dass man in Deutschland eine überdurchschnittlich gute Durchschnittsnote im Abitur braucht, um zu gewissen Studiengängen zugelassen zu werden. Besonders stark betroffen sind hierbei die medizinischen Studiengänge. Sehr viele junge Menschen müssen nach dem Abitur bis zu 7 Jahre warten, bevor sie mit ihrem Wahlstudiengang beginnen können. Einige absolvieren zunächst eine Ausbildung, andere versuchen es über Umwege, wie einen Teilstudienplatz oder ein Studium, welches einen auf das spätere Medizinstudium vorbereitet oder einen späteren Wechsel ermöglicht, und sehr viele junge Menschen geben schon nach dem Abitur ihren Traum auf und studieren einfach etwas anderes. Gebeutelt von einem Bildungssystem, was seit Jahrzehnten offensichtlich einiger Verbesserungen bedarf. Es ist nicht akzeptabel, dass in der Hochschulpolitik noch immer davon ausgegangen wird, dass jemand der in Kunst oder Geschichte keine 15 Punkte hat, kein guter Arzt werden kann.

Es mag stimmen, dass man schon zur Schulzeit sieht, wer fleißig und wer eher nicht so fleißig ist. Doch in vielen Fällen entwickelt sich Interesse und dadurch Fleiß erst, wenn man sich ein Fach ausgesucht hat, was einen wirklich interessiert. Wenn jemandem wegen einzelner Fächer der Zugang zum Studium derart erschwert wird, liegt ein Fehler im System vor. Laut dem Grundgesetz steht jedem die Freiheit zu, sich seinen Beruf und seine Ausbildungsstätte selbst auszusuchen. Und dieses Recht ist de facto nicht gegeben.

Um ein medizinisches Studium zu absolvieren, bedarf es nicht einer grenzenlosen Allwissenheit. Es bedarf anderer und vielleicht viel wichtigerer Dinge. In erster Linie einem großen Interesse an der Sache an sich und einem starken Willen, den späteren Beruf auszuüben.

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„Das Grundgesetz der Bundesrepublik garantiert jedem deutschen Staatsbürger das Recht, einem Beruf seiner Wahl nachzugehen. Dieses Recht schließt auch ein, zu einem Wunschstudium der eigenen Wahl zugelassen zu werden.“

 

Es sollte gerade in einem so post-modernen Land wie Deutschland jeder die Möglichkeit haben, das zu studieren, was er möchte. Doch scheint dieser Fehler im System leider noch nicht offiziell anerkannt worden zu sein.

Nun gibt es ein paar Optionen, wie ein Abiturient aus Deutschland vorgehen kann, wenn er mit dem Medizinstudium beginnen möchte. Man kann das Glück haben, einer der wenigen zu sein, die zum Studium in Deutschland ohne Umwege zugelassen werden. Diese Option wird von den meisten zunächst angestrebt, da es theoretisch die einfachste und sinnvollste ist. Man bewirbt sich, bekommt einen Studienplatz an einer deutschen Universität und schon kann es los gehen.

Stimmt aber der Abischnitt nicht, so gibt es eben keinen Studienplatz. Denn zurzeit liegt der Numerus Clausus für Medizin in Deutschland – abhängig vom Bundesland – zwischen 1,0 und 1,4. Die durchschnittliche Wartezeit beträgt 13 Semester. Das entspricht 6 ½ Jahren.

Man kann jobben, reisen, sich die Zeit vertreiben, Praktika machen und warten, dass es endlich klappt. Der Nachteil: Es vergeht viel Zeit. Man fängt relativ spät an zu studieren, was oft den weiteren Nachteil mit sich bringt, dass man erst spät fertig ist, erst spät Geld verdient und das Entscheidendste: Erst spät den Weg einschlagen kann, der einen seinem Ziel ein Stück näher bringt. In der Wartezeit vielleicht etwas anderes zu studieren, kommt auch nicht in Frage, da einem dadurch die Wartesemester nicht angerechnet werden und man so im Endeffekt noch länger warten muss. Das ist kostbare Lebenszeit, die man nicht so nutzen kann, wie man will.

Ein weiterer Weg, den viele wählen, ist eine Berufsausbildung im medizinischen Bereich: Medizinisch Technische Assistenz, Krankenpflege, Rettungsassistenz… Das sind alles Dinge, die einem später im Studium und im Beruf sicher zu gute kommen werden. Denn hier erlangt man schon viel medizinisches Wissen. Man lernt eine Menge und ist später seinen Kommilitonen in gewissen Dingen vielleicht einen Schritt voraus. Dazu kommt, dass es einem bei Konflikten zwischen Ärzten und anderem medizinischen Personal, bezüglich der Arbeitszeit, der Bezahlung und der Anerkennung zu gute kommen kann. Jemand der beides einmal gemacht hat, kann diesen Konflikten vielleicht mit einem anderen Verständnis gegenüber treten. Nach der Ausbildung wird man dennoch ein paar Jahre arbeiten müssen, bis die komplette Wartezeit überbrückt ist.

Die dritte Option und für viele die attraktivste: Ein Studium im Ausland. Im europäischen Ausland gibt es eine Menge sehr guter, hoch angesehener Universitäten, an denen man medizinische Studiengänge ohne NC studieren kann. Teils mit Zulassungsprüfung und teils ohne. Hierbei kann einem geholfen werden. Zum Großteil werden die Studiengänge auf Englisch angeboten, zum Teil auf zwei Sprachen. Die Professoren und Dozenten sind hoch qualifiziert. Der Unterricht und die Vorlesungen sind von bester Qualität und die Räumlichkeiten sind optimal ausgestattet. Es handelt sich zu einem Großteil um osteuropäische Universitäten, die eine lange Geschichte schreiben und deren Entstehung mehrere Jahrhunderte zurückliegt. Universitäten, deren Ruf groß ist und an denen Qualität und Professionalität sicher gegeben sind. Man muss an diesen Universitäten häufig Studiengebühren, deren Höhe zahlen von der Dauer des Aufenthaltes und der Universität abhängt. Es ist jedoch anzumerken, dass die Lebenshaltungskosten in den meisten osteuropäischen Ländern geringer sind als in Deutschland.

Tatsache ist: Es handelt sich um eine großartige Option. Man lernt fließend eine andere Sprache sprechen (in den meisten Fällen Englisch und die Amtssprache des Landes), man macht wichtige und kostbare Auslandserfahrung, knüpft viele Kontakte, kann hinterher vielleicht auch im Ausland praktizieren, lebt an einem anderen Ort und erweitert seinen persönlichen Horizont. Dies führt oft zu großer persönlicher Reife, Ausdauer und Mut. Denn es ist nicht ganz leicht, etwas Unbekanntes anzugehen. Aber doch wird man merken, dass man sich an einem fremden Ort sehr schnell einleben und zuhause fühlen kann.
Und dann sind da noch die vierte und fünfte Option und an dieser Stelle melden wir uns zu Wort:

Man klagt sich ein. Denn jeder hat das Recht auf einen Beruf und somit einen Studienplatz seiner Wahl. Entweder zum 1. Semester oder man beginnt sein Studium im Ausland und fängt zu einem höheren Semester an einer deutschen Universität an.

 

Warum ist uns diese Option so wichtig?

Wer vom 27. Lebensjahr bis zum 67. Lebensjahr Vollzeit arbeitet, verbringt insgesamt 8,4 Jahre seines Lebens mit Arbeiten. Das ist eine lange Zeit. Das Leben ist nicht endlos und deswegen ist es wichtig, dass man seinen Job wirklich ausüben will. Und der Weg zu diesem Job, ist in vielen Fällen ein Studium. Wir empfinden dies als ein Recht, für dass man sich einsetzen muss und ohne dessen Erfüllung man sich nicht zufrieden geben sollte.

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