Was ist ein Zulassungsvergleich?

Nach Beauftragung eines Eilverfahrens beim jeweiligen Verwaltungsgericht kann für gewisse Studiengänge vor Studienbeginn die entsprechende Universität direkt kontaktiert werden, um einen sogenannten „Zulassungsvergleich“ für die Antragssteller zu vereinbaren. Ein Zulassungsvergleich beinhaltet im Allgemeinen eine definitive Zulassung zum Studium für die Bewerber sowie, im Gegenzug dazu, das Zurückziehen des Eilantrags bei den jeweiligen Verwaltungsgerichten. Folglich kann das Studium unmittelbar und ohne zusätzliche Wartezeit aufgenommen werden. Zudem handelt es sich um einen definitiven Erhalt des Studienplatzes, sodass ein Zulassungsvergleich das Ende eines Gerichtsverfahrens darstellt.
Meist kommt es erst im Laufe des Gerichtsverfahrens oder während des Beschwerdeverfahrens, d.h. in zweiter Instanz und zu einem späteren Zeitpunkt, zu einem Zulassungsvergleich.
Eine dritte Option ist die eines durch die Universität oder durch das Gericht initiierten Zulassungsvergleichs. In diesem Falle ist die Universität gehalten, zusätzliche Studienplätze anzubieten, deren Vergabe durch ein Losverfahren erfolgt, an welchem alle Bewerber mit form- und fristgemäßen Anträgen beteiligt werden. Das Verlosen der Studienplätze stellt den entscheidenden Unterschied zum direkten Zulassungsvergleich dar, da die Anzahl der Studienplätze beim Losverfahren geringer als die der Bewerber ist. Des Weiteren müssen alle Bewerber diesem Zulassungsvergleich zustimmen, damit er Anwendung findet. Diese notwendige Voraussetzung ist jedoch in der Mehrzahl der Fälle gegeben.
Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass ein Zulassungsvergleich im Kontext eines Studienplatzklageverfahrens generell von Vorteil ist, da er den Erhalt eines definitiven Studienplatzes garantiert und das Gerichtsverfahren rapide abgeschlossen werden kann.

Welche Möglichkeiten bietet das Nachrückverfahren im Rahmen einer Studienplatzklage?

Nachrückverfahren kommen lediglich bei zulassungsbeschränkten Studiengängen zur Anwendung.
Das Nachrückverfahren bietet Studienplatzbewerbern die Möglichkeit, auch nach erfolglosen Wartesemestern oder fehlendem erforderlichem Notendurchschnitt – d.h. innerhalb der Möglichkeiten der ersten Instanz – und trotz bereits erfolgter Ablehnung, doch noch einen Studienplatz für das Wunschstudium zu erhalten.

Folgendes Funktionsprinzip liegt dem Nachrückverfahren zugrunde: Da es immer Bewerber gibt, die keinen Gebrauch von ihrer Zusage für einen Studienplatz machen, stehen neue, ungenutzte Studienplätze erneut zur Verfügung. Diese Situation entsteht aufgrund der Tatsache, dass Bewerber sich generell bundesweit an einer Vielzahl von Hochschulen parallel bewerben, um ihre Erfolgsaussichten auf einen Studienplatz zu maximieren. Diese Studienplätze, für die zwar Zusagen verschickt wurden, die jedoch nicht angenommen wurden, bleiben folglich unbesetzt.

Die genauen Modalitäten eines Nachrückverfahrens können je nach Universität leicht variieren.
Im Allgemeinen werden Nachrückverfahren anhand der Wartelisten der einzelnen Studiengänge durchgeführt. Diese Wartelisten beinhalten alle Studienplatzbewerber des jeweiligen Studiengangs, die nach Abiturschnitt und Wartesemester gelistet werden. Dadurch kann jeder frei gewordene Studienplatz sofort und ohne angezweifelt werden zu können, dem in der Liste folgenden Bewerber zugeteilt werden.
Haben zwei oder mehrere Studienplatzbewerber den gleichen Abiturschnitt und das gleiche Wartesemester, entscheidet ein Losverfahren über die Vergabe des Studienplatzes. Nachrückverfahren dauern so lange an, bis die Vergabe aller Studienplätze abgeschlossen ist.

Unterschiedliche Modalitäten für Studienplatzklagen je nach Bundesland!

Die Fristen und Modalitäten einer Studienplatzklage sind von Bundesland zu Bundesland verschieden. Daher ist es von großer Bedeutung, die landesrechtlichen Besonderheiten des Bundeslandes zu kennen, in dem ein Studienplatzklageverfahren durchgeführt werden soll bzw. in dem sich die Universität befindet.
Landesspezifische Regelungen können unter anderem einen Einfluss auf Bewerbungsfristen, auf formale Anforderungen einer Studienplatzklage sowie auf die geplante bzw. vorgesehene Dauer der einzelnen Verfahrensschritte haben. Bedeutende Unterschiede gibt es insbesondere bei den Vergabekriterien der jeweiligen Verwaltungsgerichte, wenn bislang nicht offengelegte Studienkapazitäten entdeckt werden.
In Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind die Zulassungsanträge bis spätestens 15. Juli für das Wintersemester und bis spätestens 15. Januar für das Sommersemester des jeweiligen Jahres einzureichen. Im Gegensatz dazu gelten in anderen Bundesländern spätere bzw. keinerlei Fristen.
Weiterhin ist in einigen Bundesländern für die jeweiligen Universitäten eine Hochschulstart-Bewerbung notwendig, damit die Aussicht auf einen Studienplatz im Rahmen eines Studienplatzklageverfahrens bestehen bleibt.