Studienplatzklage FAQ: Häufige Fragen zur Studienplatzklage

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Bei einer Studienplatzklage handelt es sich um ein sehr komplexes Thema, welches natürlich viele Fragen aufwirft. Angefangen damit, wie so etwas eigentlich funktioniert, bis hin zu den Chancen, Kosten und der Dauer. Hier findest Du einige der häufig gestellten Fragen. Wenn etwas noch ungeklärt ist, helfen wir Dir natürlich auch gerne persönlich weiter, um Deine Fragen sobald wie möglich zu beantworten. Für spezifischere Infos ruf uns an oder schreib uns eine Email.

Warum sollte man sich einklagen?
Ein Studium im Ausland ist eine schöne Alternative und eine Bereicherung. Wer jedoch sein Studium in Deutschland beginnen oder nach Deutschland zurück wechseln möchte, sollte sich auch die Option einer Klage durch den Kopf gehen lassen. Der Grund: Jeder hat das Recht den Beruf seiner Wahl auszuüben. Das wiederum bedeutet: Jeder hat das Recht sich für einen Studienplatz seiner Wahl einzuschreiben und für diesen auch zugelassen zu werden. Denn jeder sollte zumindest die faire Chance haben, sein Studium zu beginnen, unabhängig von vagen Voraussagen darüber, ob dieses im Endeffekt gelingen wird oder nicht. Man sollte klagen, weil es niemandem zusteht dieses Recht zu unterbinden.
Welche Kosten kommen bei einer Studienplatzklage auf einen zu?
Die Kosten setzen sich zusammen aus den Gerichtskosten und den Honoraren der Anwälte. Die genaue Höhe ist abhängig von der Anzahl der verklagten Universitäten, den von den Gerichten unterschiedlich hoch festgesetzten Streitwerten, den unterschiedlichen Verfahrensabläufen, Kosten der Universitäten sowie davon, ob sich auch die Universität anwaltlich vertreten lässt. Die Frage, welche Kosten entstehen, kann man daher nicht pauschal, sondern nur abhängig von  Deinem geplanten Klageverfahren beantworten.Welche Kosten auf Dich zukommen, können wir aber gerne telefonisch mit Dir besprechen. Dann kannst Du uns Deinen individuellen Fall vorstellen und wir können Dir schon ein paar genauere Informationen bezüglich der Gebühren geben.
Was ist der TMS und wozu ist er gut?
Der TMS ist ein Test für Medizinische Studiengänge, der die „Studierfähigkeit“ eines Menschen ermitteln soll. Bei der Zulassung zu einem Studienplatz, wird dieses Ergebnis jedoch nicht an allen Universitäten berücksichtigt. Welche Universitäten den Test berücksichtigen, können wir Dir aber selbstverständlich sagen. In jedem Fall lohnt es sich, an dem Test teilzunehmen. Der Test kostet 50 Euro pro Person und findet einmal im Jahr – an verschiedenen Orten über ganz Deutschland verteilt – statt. Du kannst Dir also einen Ort aussuchen, der in Deiner Nähe liegt. Die Teilnahme ist freiwillig. Wichtig ist nur zu wissen, dass Du nur einmal teilnehmen kannst. Solltest Du Dich also dazu entscheiden, bereite Dich ausreichend vor.Der Test ist ein spezifischer Studierfähigkeitstest, der Aussagekraft für den Erfolg in medizinischen Studiengängen haben soll. Die Fähigkeiten, die der Test misst, sind das Ergebnis langjähriger Lern- und Entwicklungsprozesse, die sich einer kurzfristigen Beeinflussung weitgehend entziehen sollen. Das heißt, es ist nicht notwendig, das komplette Abiturwissen auf Abruf zu haben. Viel mehr wird getestet, wie Dein naturwissenschaftliches Verständnis ist, ob Du gut lernen und Dich konzentrieren kannst und wie Deine visuelle Wahrnehmung ist. Jedoch wird der Test von vielen auch scharf kritisiert, denn ob es wirklich möglich ist, anhand eines Testes festzustellen, ob jemand in der Lage ist, erfolgreich ein medizinisches Studium durchzuführen, ist fraglich. Es mag sein, dass jemand nicht genug Zeit eingeplant hat, sich auf den Test vorzubereiten, beziehungsweise mit einer falschen Erwartungshaltung an den Test gegangen ist. Dazu kommt die viel diskutierte Problematik, dass man die Fähigkeiten eines Menschen nicht an einer Zahl messen kann. Ebenso wenig wie an der Abiturnote, kann man das an einem noch so gut konzipierten Test. Dennoch kann der Test Dir bei der Zulassung helfen, weshalb es empfehlenswert ist, ihn zu machen.Achtung: Der Test wird in der Regel Mitte Mai geschrieben. Man kann sich lediglich vom 1.12 bis zum 15.1. anmelden!
Kann man an mehreren Universitäten zugelassen werden und sich dann für eine entscheiden?
Das geht leider nicht. Es läuft in der Regel so ab, dass Du eine erste Zulassung von einer der Universitäten bekommst. Wenn Du diese hast, bist Du vorläufig (oder endgültig) an einer deutschen Universität zugelassen. Das wiederrum bedeutet, dass Du nicht mehr eidesstattlich versichern kannst, dass Du an keiner Universität in der Bundesrepublik zugelassen bist. Und diese eidesstattliche Versicherung ist bei so gut wie allen Verwaltungsgerichten eine Voraussetzung für eine Immatrikulation in das Studium. Deshalb würde es keinen Sinn machen, die Klage weiter zu führen. Hinzukommt, dass Du auf diese Weise mehrere Studienplätze „blockieren“ würdest. Es sollte also im Sinne aller Kläger sein, dass so etwas nicht möglich ist. Aber Du kannst natürlich später einen Studienortswechsel beantragen. In vielen Fällen klappt das reibungslos. So kannst Du vielleicht zu einem höheren Semester noch die Universität wechseln, wenn Du das dann noch möchtest.
An welchen Universitäten kann man sich einklagen?
Prinzipiell gibt es keine Vorgaben oder Regelungen, an welchen Universitäten man sich einklagen kann. Es gibt jedoch einige Universitäten, an denen die Aussichten auf Erfolg höher sind als an anderen. Deshalb ist es von Vorteil, wenn Du Dich schon vor der Bewerbung bei der SfH mit Deinem Anwalt absprichst, an welche Unis Du Dich bewerben solltest. Denn davon können die Erfolgschancen stark abhängen. Hier eine gute Strategie zu entwickeln, kann nur Vorteile mit sich bringen. Deshalb solltest Du Dich so schnell wie möglich mit uns in Verbindung setzen.
Was muss man vor einer Klage beachten?
Prinzipiell kann man sich auch einklagen, ohne vorher eine Bewerbung los geschickt zu haben, wenn man zum Beispiel der Meinung ist, dass man auf keinen Fall einen Platz bekommen kann und es deshalb auch gar nicht erst versucht hat. Das heißt, es ist für eine erfolgreiche Klage nicht zwingend notwendig, dass man sich bei der Stiftung für Hochschulzulassung beworben hat. Jedoch ist zu berücksichtigen, dass viele Verwaltungsgerichte Deine vorherige Bewerbung als zwingend notwendig ansehen. Wenn man sich noch fristgerecht bei der SfH (oder in einigen Fällen bei höheren Semestern bei den Universitäten) bewerben kann, sollte man dies immer tun. Aber auch ohne die vorherige Bewerbung ist eine Klage möglich.
Welche Fristen gibt es für die Klage?
Grundsätzlich ist es ratsam, dass Du Dich bei uns meldest, sobald Du vermutest, dass Dein Abiturnotenschnitt nicht ausreichen wird, um das Studium Deiner Wahl an einer deutschen Universität zu beginnen. Ein Vorgespräch – auch wenn es noch ein halbes Jahr hin ist bis zu Deinem Abitur – wird nur Vorteile mit sich bringen. Wenn Du zum Beispiel mit einem ausreichenden Abischnitt rechnest  und er dann doch nicht genügt, um zugelassen zu werden, dann hast du natürlich auch noch die Option, Dich einzuklagen. Hierfür gibt es aber gewisse Fristen, die Du vielleicht schon einmal kennen und im Auge behalten solltest. Die Fristen unterscheiden sich abhängig von den Bundesländern. In vielen Bundesländern. Die frühesten Fristen sind der 15. Januar für eine Klage zum Sommersemester sowie der 15. September für das Wintersemester. Je eher Du Dich meldest, umso weniger Fristen sind verstrichen und umso höher sind Deine Chancen, schnellst möglichst einen Studienplatz zu bekommen.
Wer kann sich einklagen?
Prinzipiell kann sich jeder einklagen. Jeder der weiß, was er studieren möchte und dem dieses Recht aufgrund eines nicht ausreichenden Notendurchschnitts nicht gegeben ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen medizinischen Studiengang, Lehramt oder soziale Arbeit handelt. Natürlich gibt es neben dem nicht ausreichenden Notendurchschnitt  auch andere individuelle Gründe, die einen berechtigen sich einzuklagen. Bei weiteren Fragen kontaktiere uns. Wir beraten Dich gerne in einem persönlichen Gespräch.
Wie hoch ist der NC der medizinischen Studiengänge?
Der Ausdruck Numerus Clausus kommt aus dem Lateinischen. Numerus für Zahl, Anzahl und clausus für geschlossen. Es bedeutet also so etwas Ähnliches wie beschränkte Anzahl.Der Numerus Clausus ist keine feste Zahl, die sich nicht verändert. Die Zulassungsgrenzen ergeben sich in jedem Verfahren neu, abhängig von den aktuellen Voraussetzungen der einzelnen Bewerber und Bewerberinnen. Die Zulassungsgrenze drückt dann aus, welche Note oder wie viele Wartesemester die letzte Person vorweist, die aufgenommen worden ist. Der NC ergibt sich aus drei verschiedenen Werten.

  1. 20 % der freien Plätze, werden entsprechen der Abiturnote vergeben.
  2. 20 % der Plätze, werden entsprechend der Wartesemester vergeben.
  3. 60 % kann die Hochschule selbstständig verteilen, in dem sie sich selbst Auswahlkriterien überlegt, die wichtig sind. Solche können sein: Berufspraxis, Einzelfachnoten, ein fachspezifischer Test, ein Auswahlgespräch, Ortspräferenz oder Kombinationen aus diesen Kriterien. Oft ist aber auch hier, zu einem großen Teil, die Abiturnote ausschlaggebend.

Wie hoch dieser also ist, schwankt ständig. Aber grob kann man folgendes feststellen:

In den Jahren 2013 und 2014 lag der NC in Deutschland, abhängig vom Bundesland,

– Für Humanmedizin zwischen :1,0 und 1,2
– Für Zahnmedizin zwischen: 1,0 und 1,3
– Für Pharmazie zwischen: 1,1 und 1,6
– Für Psychologie zwischen: 1,2 und 1,7
– Und für Tiermedizin zwischen: 1,2 und 1,7

Wie lange dauert das Einklagen?
Leider kann man nie genau voraussagen, wie lange es dauert, bis man es geschafft hat, sich einzuklagen. Die Dauer hängt also von unterschiedlichen Faktoren ab. In der Regel gilt, dass man Ende April oder Ende Oktober zum Studium zugelassen wird. Da läuft das Semester schon, weshalb man mit der Uni direkt besprechen sollte, ob es sich noch lohnt an den Veranstaltungen teilzunehmen, oder man erst zum nächsten Semester richtig mit dem Studium beginnen sollte. Wenn man aber erst einmal die Zulassung zum Studium hat, ist die größte Hürde bereits geschafft. Teilweise sind im Anschluss an die Klageverfahren, noch Beschwerdeverfahren bei den Oberverwaltungsgerichten erforderlich, die weitere Zeit in Anspruch nehmen. Man kann also Folgendes festhalten: Im besten Fall dauert das ganze nur drei bis vier Wochen, in der Regel aber dauert es ein paar Monate. Die Zeit kannst Du natürlich sinnvoll nutzen, Dich informieren, was im ersten Semester alles dran genommen wird und Dich vielleicht schon einmal in die Materie einarbeiten. Es lohnt sich definitiv, diesen Weg zu gehen.
Wie stehen die Chancen?
Die Chancen stehen grundsätzlich gut, dass man mit einer Klage einen Studienplatz bekommt. Es kommt natürlich immer auf die genauen Bedingungen an. Beispielsweise ist es beim Medizinstudium empfehlenswert, bundesweit zu klagen, da man mit jeder Universität, bei der man sich versucht einzuklagen, die Chance auf eine Zulassung ein wenig erhöht. Es gibt aber auch andere Studiengänge, bei denen es durchaus ausreichen mag, wenn man sich nur bei einer einzigen Universität einklagt. Die Erfolgschancen hängen also von unterschiedlichen Faktoren ab. Das Wichtigste ist, sich möglichst frühzeitig darum zu kümmern, dass alle notwendigen Maßnahmen eingeleitet werden. Hierzu und zu allen weiteren Schritten, wirst Du natürlich ausführlich beraten. Dann stehen Deine Chancen sehr gut, dass Du bald mit Deinem Wunschstudium beginnen kannst.
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